Eine schwere Geburt | Geburtsbericht von Mama A.

Vor einiger Zeit hab ich diesen Geburtsbericht von einer lieben Leserin bekommen, den ich nun endlich mit euch teilen möchte. Mama A. hatte leider mit einigen Komplikationen zu kämpfen und hat der armen Mama einiges an Kraft abverlangt. Doch am Ende gibt es nichts größeres, als das Gefühl im Herzen, wenn dein Baby auf dir liegt. Und alles andere ist auf einmal ganz klein.

Meine erste Schwangerschaft

Obwohl es meine erste Schwangerschaft war, hatte ich mir vorab überhaupt keine Gedanken über mögliche Komplikationen gemacht. Ängste hatte ich auch keine. Mir war bewusst, dass es nicht einfach wird und auch mit Schmerzen zu rechnen ist.

Unsere gesamte Vorbereitung auf die Geburt fand darin statt, dass wir uns im Spital den Kreissaal angeschaut und eine Einzel-Geburtsvorbereitungsstunde bei einer Hebamme besucht haben.

 

Beim CTG am errechneten Geburtstermin passierte nichts. Mir wurde gleich mitgeteilt, dass es frühestens in einer Woche losgehen würde. Dennoch sollte ich alle 2 Tage zum CTG ins Spital kommen.

Tagelang nur Wehen und nichts passierte…

Doch nachdem unser Sohn 2 Tage drüber war, fingen die Eröffnungswehen an. Ich hatte schreckliche Schmerzen im unteren Rückenbereich. Wenn eine Wehe kam, konnte ich sie nur mit einer Massage meines Mannes aushalten. Ich war mir sicher, dass es losgeht. Im Spital untersucht, meinten die Schwester der Muttermund sei noch nicht offen. So ging es auch die nächsten 2 Tage weiter. Ich konnte nur minutenlang einschlafen, bevor die nächste Wehe kam. In dieser Zeit wechselte sich mein Mann mit meinen Eltern ab, es wurde nur massiert!

Der Muttermund ist endlich offen!

5 Tage nach dem errechneten Geburtstermin und einer erneuten schlaflosen Nacht, konnte ich nicht mehr. Ich bat meinen Mann ins Spital zu fahren. Dort dann die „erlösenden“ Worte: ihr Muttermund ist 5cm offen, sie bleiben hier!

Von 9 Uhr in der Früh bis ca. 14 Uhr kamen die Wehen immer öfter und heftiger. Doch der Muttermund öffnete sich nur langsam. Die Hebamme schlug vor, dass ich mich in die Badewanne legen soll. Das war die Lösung! Nach einer halben Stunde drinnen, war der Muttermund endlich 8cm offen.

Auf dem Weg in den Kreissaal, musste ich jede Minute stehen bleiben und die Wehen wegatmen. Im Kreissaal angekommen, versuchten wir die Wehen im Stehen wegzuatmen, aber ich war da bereits so kraftlos, dass ich nur noch liegen konnte.

Große Aufruhr im Kreissaal

Nach einer Stunde, wurde meinem Mann eine Sauerstoffmaske in die Hand gedrückt, die er mir an dranhalten sollte. Und dann ging alles so schnell! Die Hebamme holte den Arzt dazu. Und plötzlich standen neben unserer Hebamme und dem Arzt noch eine weitere Hebamme, eine weitere Ärztin, ein Kinderarzt und eine Kinderkrankenschwester im Raum. Mir war klar, dass etwas nicht stimmt, aber ich konnte keine Frage formulieren.

Die Ärztin setzte sich neben mich aufs Bett und drückte meinen Bauch. Der Arzt hatte plötzlich eine Saugglocke in der Hand und wieder ging alles so schnell. Hätte mein Mann meinen Oberkörper nicht gehalten, hätte ich nicht die Kraft gehabt, mich nach vorne zu lehnen.

Willkommen kleiner Mann!

Und um 16:12 kam unser Sohn zur Welt! Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden und dann legte man mir den kleinen perfekten Bub auf den Oberkörper. Jede Mama weiß, was für ein unglaublich wunderschönes Gefühl das ist. Tränen flossen und ich konnte es nicht glauben, endlich war er da! Da sah ich auch meinen Mann das erste Mal seit wir den Kreissaal betreten hatten, wieder ins Gesicht. Er war so erschöpft und zugleich überglücklich.

Aber nach nur wenigen Minuten, meinte der Kinderarzt, dass er ihn kurz mitnehmen muss. Sofort schickte ich meinen Mann hinterher. Ich wollte einfach nicht, dass unser Baby „alleine“ ist.

Während er also untersucht wurde, verlief die Nachgeburt sehr einfach und unkompliziert. Leider kam es bei der Geburt zu einem Dammriss und -schnitt. Nachdem auch das vom Arzt genäht wurde, kam mein Mann mit unseren in 2 Decken eingewickelten Sohn. Nun durfte er wieder zu mir. Es war einfach wunderschön. Und jetzt wo ich darüber schreibe, fließen erneut ein paar Tränen. Dieser besondere Moment ist so schwer in Worte zu fassen. Um einen herum wird alles so unwichtig, man schaut nur sein Baby an, streichelt und küsst es und kann sein Glück einfach nicht fassen.

Ihr fragt euch sicher, warum es eine Saugglockengeburt gewesen ist. Nun ja, das erfuhr ich leider auf eine sehr komische Art, als ich nach einigen Stunden das erste Mal unter der Dusche stand. Die Hebamme wartete vor der Dusche auf mich und ich entschuldigte mich bei ihr, weil ich jedes Mal, wenn sie untersuchen wollte, wie weit der Muttermund offen sei, ihre Hand weggestoßen hatte. Es war aber so schmerzhaft, dass ich nicht anders konnte.

Ein Satz der noch heute Herzrasen bereitet

Daraufhin kam der Satz, der mir noch heute – 4 Jahre nach der Geburt – Herzrasen bereitet.

„Ach, schon ok. Das war eine komplizierte Geburt mit der Nabelschnur um den Hals ihres Kindes.“

Bei diesen Worten erstarrte ich komplett! Wie gesagt, war mir bewusst, dass etwas nicht stimmen würde, wenn plötzlich so viele Personen mit uns im Raum stehen. Aber dennoch trafen mich diese Worte. Ich bin von Natur aus ein sehr sensibler Mensch. Nach der Geburt war es heftiger denn je. Jede Kleinigkeit brachte mich zum Weinen!

Aber zum Glück hatten wir einen gesunden kleinen Sohn, den wir in unseren Armen halten konnten. Unser 50cm kleiner und 2900g schwerer Sonnenschein! Und das große Abenteuer begann …

 

Liebe Mama A.! Ich danke dir für deinen ehrlichen und schönen, wenn auch schweren Geburtsbericht. Ich wünsche dir und deinem kleinen Mann alles Gute!

Wollt ihr auch über eure Geburt berichten, dann schreibt mir gerne an: mama@gaensebluemchensonnenschein.com